Schon einige Zeit vor der offiziellen Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Vorderbreitenthann war ein Feuerselbstschutz vorhanden. Dies bewies die Bestimmung des Bürgermeisters vom 18.05.1877, in der gemäß der distriktspolizeilichen Feuerlöschordnung die notwendigen Feuerboten und deren Ersatzmänner und die Rettungsmannschaft für die einzelnen Ortsgemeinden Vorderbreitenthann, Hinterbreitenthann, Oberdallersbach, Glashofen, Unterdallersbach, Tauberschallbach sowie Steinbach schriftlich festgelegt wurden. Dieser Feuerselbstschutz reichte bei kleineren Bränden auf dem Lande gewiß aus, zumal man ja bei Großbränden auf die benachbarte Feuchtwanger Feuerwehr zurückgreifen konnte, die bereits im Jahre 1884 über vier Spritzen, eine mechanische Schubleiter und einen Mannschaftstransportwagen verfügte. Erst als das Königliche Bezirksamt Feuchtwangen die Einrichtung von Feuerwehren in die Zuständigkeit der Gemeinden gestellt hatte, begann die eigentliche Zeit der Gründung von freiwilligen Feuerwehren auf dem Lande. So konnten sich die Mitglieder der Gemeindeverwaltung Vorderbreitenthann entschließen, bei der Löschmaschinenfabrik Justus Christian Braun in Nürnberg eine 4-rädrige Saug- und Druckspritze mit dem erforderlichen Zubehör zum Preis von 672,-- Mark zu bestellen, was aus dem Vertrag vom 28.10.1892 zu ersehen ist. Wie aus Gemeinderatsprotokollen hervorgeht und auch durch mündliche Überlieferung bestätigt wurde, gründete man Anfang 1898 gemäß Auftrag des Königlichen Bezirksamtes nach der Feuerlöschordnung von 1867 in der Gemeinde Vorderbreitenthann eine Freiwillige oder Gemeindliche Feuerwehr. Da im Feuchtwanger Stadtarchiv keine Gründungsurkunde vorhanden ist, kann man davon ausgehen, daß die Gründung im Jahre 1898 ohne schriftliche Satzung erfolgte. Ein Gründungsprotokoll und die erste Mitgliedereintragung in die Stammliste vom 26. September und die Anmeldung an den Bayerischen Landes-Feuerwehr-Verband vom 7. Oktober 1906 lassen darauf schließen, daß die Freiwillige Feuerwehr Vorderbreitenthann (bestehend aus den Ortsgemeinden Vorderbreitenthann, Hinterbreitenthann, Oberdallersbach, Glashofen und Unterdallersbach) 1906 nach neuen Richtlinien in eine Form umorganisiert wurde, die einer Neugründung gleichkam. Anstoß dazu mag vielleicht auch der Landesfeuerwehrtag im selben Jahr in Passau gegeben haben. Im gleichen Jahr wurde übrigens auch die Freiwillige Feuerwehr Steinbach gegründet, so daß die Vorderbreitenthanner in ihrer Gemeinde fortan über zwei Wehren verfügt. Gründungsgeschichte der FFW Vorderbreitenthann Chronik Die Organisation und Mitgliedschaft stellte sich 1906 wie folgt dar: Vorstand: Friedrich Krauß (Bürgermeister) Kommandant: Wilhelm Fenn Adjutant: Christian Steinbauer Schriftführer und Kassier: Karl Krauß Zuführer: Friedrich Fohrer August Bald Friedrich Kniewasser Die 51 aktiven Mitglieder hatten damals die bereits 1892 gekaufte Saug- und Druckspritze sowie 80 Meter Druckschläuche für ihren Einsatz zur Verfügung und waren wie folgt gestaffelt: 1 Vorstand 1 Kommandant 1 Adjutant 1 Zeugwart 8 Steiger 17 Spritzmänner 20 Ordnungsmänner 2 Signalisten Die Freiwillige Feuerwehr Vorderbreitenthann überstand zwei Weltkriege. Knapp 20 Jahre nach ihrer Gründung brach der Erste Weltkrieg aus und es begann die Zeit, als viele Männer zu den Waffen gerufen wurden. In der Stammliste konnte man nun bei der Spalte "Bemerkungen über Veränderungen" immer wieder die Eintragungen "Gestorben im Felde" , "Gefallen", "Vermißt" oder "Abwesend" durch Krieg" finden. Auch der Zweite Weltkrieg brachte die selben Probleme mit sich und veränderte die personelle Zusammensetzung der Feuerwehr so sehr, daß für die einzelnen Ortschaften der Wehr Feuerwehrhelferinnen bestimmt werden mußten. Dies waren im einzelnen: In Vorderbreitenthann: Zwengauer Lina, Klenk Lina, Busch Frieda, Kilian Babette, Bach Luise, Kniewasser Mina, Soldner Lina, Merkel Gretl, Brunner Luise. In Hinterbreitenthann: Kettemann Lina, Fischer Emma, Weihermann Lina, Kern Frieda, Lutz Lina, Stümpfig Frieda, Steinacker Frieda. In Oberdallersbach: May Emma In Unterdallerbach: Belzner Luise.   Seitenanfang Großen Gemeinschaftsgeist bewiesen die Wehrmänner der Freiwilligen Feuerwehr Vorderbreitenthann, als sie sich in den Kopf setzen, ein Postauto zu einem Löschfahrzeuggeräteauto umzubauen. Es begann damit, daß man sich ein ausrangiertes Postauto für 1000,-- DM kaufte. Unter Aufopferung von Urlaub und Freizeit gingen die Wehrmänner nun voll ans Werk. Fast 7000,-- DM mußten investiert werden, um den Anforderungen eines modernen Löschfahrzeuges gerecht zu werden. Am 12. August 1978 war es dann soweit; am Feuerwehrgerätehaus wurde unter Anwesenheit zahlreicher prominenter Gäste sowie der Dorfbevölkerung das einsatzfertige Löschfahrzeug von Kommandant Zwengauer und Bürgermeister Eckhardt seiner Bestimmung übergeben. Der feierliche Festakt wurde umrahmt von einer Reihe von Ansprachen und Danksagungen sowie eines humorvollen Dialogs über die Arbeit der Wehrmänner und fand mit einem anschließenden Grillfest seinen Abschluß. Das Auto erbrachte uns fast 28 Jahre treue Dienste und wurde im Mai 2006 durch ein TSF-W ersetzt. Erstes Löschfahrzeug der FFW Vorderbreitenthann Impressum